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12. April 2015

Outsourcing – Unabhängigkeit um jeden Preis

Outsourcing verursacht bei Mitarbeitern Kopfschütteln und Fragezeichen. Ein Phänomen, das Branchenübergreifend anzutreffen ist. Freie Mitarbeit ist zum einen rechtlich (Stichwort: Scheinselbstständigkeit), zum anderen sozial schwierig zu bewerten. Bedeutet freie Mitarbeit im Sinne des Outsourcings einen Stellenabbau und welchem Zweck dient dies? Eine persönliche Einschätzung freier Arbeit:

Am Beispiel freier Journalisten seien Beispiele zu nennen, die generell betrachtet in vielen Branchen anzutreffen sind. Im freien Journalismus als „neue Selbstständige“ betrachtet ist jedoch ein krasses Beispiel gegeben, welches polarisierend wirken kann.

Aus Unternehmersicht bieten freie Mitarbeiter durchaus Vorteile. Zum einen kalkulierbare Kosten für eine Leistung, da Urlaub und Krankheit bei freier Arbeit nicht bezahlt werden müssen. Zum anderen aber auch eine hohe Flexibilität, bei Bedarf wird ein freier Mitarbeiter gebucht, falls keine besteht eben nicht. Entsprechende Remanenzkosten bleiben also aus. Als Negativpunkt sei jedoch die fehlende Bindung zum Unternehmen gegeben. Ein freier Mitarbeiter kann – je nach Vertrag – sehr kurzfristig bei einem Unternehmen tätig sein. Auf der anderen Seite (und nach entsprechendem Vertrag) ist jedoch auch eine Bindung an ein Unternehmen, wie sie bei „normalen“ Mitarbeitern stattfinden würde, möglich. Hier sei generell das „Hire & Fire“-Modell erwähnt, welches speziell bei SartUps einen negativen Beigeschmack erhielt.

Aus Sicht freier Mitarbeiter ergeben sich ebenso positive, wie negative Effekte, statt als Angestellter als freier Mitarbeiter zu arbeiten. Zum einen besteht hier die Möglichkeit vereinfacht für mehr als ein Unternehmen zu arbeiten, was potentiell die Ertragschancen erhöht, zum anderen ist eine flexiblere Einteilung der Arbeitszeit – entsprechende Verträge vorrausgesetzt – möglich. Wichtig zu beachten ist immer, den jeweiligen Aufwand richtig einzuschätzen und zu geringe Honorare – so es die Branche zulässt – zu minimieren, um einen Lebensunterhalt zu sichern. Potentiell gefährlich ist bei freier Arbeit genau dies, die Unsicherheit eines regelmäßigen und kalkulierbaren Einkommens und die soziale Sicherung. Generell stellt sich die Frage was bei Krankheit, Zahlungsausfall und ähnlichem passiert. Ebenso ist hier zu kalkulieren, wie hoch das Honorar und entsprechende Rücklagen sind, um Verdienstausfälle zu kompensieren. In einigen Branchen sollte die Höhe des Honrars eine untergeordnete Rolle, da ohnehin recht hoch, spielen, in anderen Branchen – Journalismus als Beispiel – ist hier die Frage, ob das Gehalt nicht zu niedrig ist um überhaupt davon leben zu können. Falls dies der Fall ist, ist eine entsprechende Rücklage meist nicht vorhanden und Verdienstausfälle damit schwer zu kompensieren, gar die Altersvorsorge nicht zu meistern. Vorzüge bietet wiederum die Möglichkeit der freien Arbeitsgestaltung, nicht nur im Hinblick auf Arbeitszeit, sondern vielmehr im Hinblick auf Arbeitsgestaltung, werden hier doch Möglichkeiten aufgetan, sich stark zu spezialisieren.

Abschließend sei zu erwähnen, dass freie Arbeit zwar Vorzüge bietet, diese jedoch branchenabhängig zu betrachten sind. In manchen Branchen kann freie Arbeit durchaus lohnenswert sein, in anderen Branchen zu Einschränkungen im persönlichen Leben und in der jeweiligen Arbeit führen. Wenn zwar das Honorar für eine einzelne Leistung, die einer entsprechenden Zeit gegenübersteht hoch erscheint, die Vorbereitung zur Leistung aber weit mehr als einen angemessenen Lohn nötig macht, so scheint die Sinnhaftigkeit für den Einzelnen nicht gegeben. Freie Arbeit als letzte Möglichkeit einen bestimmten Beruf auszuüben mag zwar ideologisch klingen, die Notwendigkeit der Bestreitung des Lebensunterhaltes sei jedoch oberstes Gebot, um einen Beruf auszuüben. Falls dies unmöglich erscheint und eine Festanstellung unmöglich ist, ist womöglich die Arbeit in einem anderen Beruf, womöglich mit vorheriger Umschulung, ein gangbarer Weg und sollte in Betracht gezogen werden.

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